Worin besteht der Unterschied?

Leichte Sprache – einfache Sprache: Auf Ihre Zielgruppe kommt es an.

Leicht verständliche Sprache tritt zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Immer mehr Internetauftritte, Broschüren und Flyer werden in leichter oder einfacher Sprache angeboten.

Leichte Sprache – einfache Sprache: Oft werden die beiden Begriffe miteinander verwechselt. Doch es gibt klare Unterscheidungsmerkmale. Hier erfahren Sie die wichtigsten Unterschiede und wo der Einsatz welcher Sprache am sinnvollsten ist.

Leichte Sprache – Mittel zur Inklusion

Mit der leichten Sprache erreichen Ihre Informationen fast alle Menschen, die lesen können. Auch Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung.

Die leichte Sprache verwendet bekannte Wörter aus dem Grundwortschatz. Dabei wird darauf geachtet, dass die Wörter nicht zu lang sind. Fachbegriffe werden durch Alltagswörter ersetzt oder erklärt. Substantivierungen werden aufgelöst. Die leichte Sprache vermeidet Sätze mit mehreren Aussagen, es gibt also so gut wie keine Nebensätze.

Die leichte Sprache ist sehr konkret. Man schreibt, was man meint. Ironie, Metaphern oder nichtssagende Floskeln würden die Leserinnen und Leser nur verwirren.

Die leichte Sprache verwendet mindestens Schriftgrösse 14 und einen Zeilenabstand von 1.5. Und jeder Satz beginnt in einer neuen Zeile. Das gewährleistet, dass die Texte besser gelesen werden können.

Der Einsatz aussagekräftiger Bilder kann das Verständnis der Inhalte unterstützen und die Orientierung im Text fördern.

Weil viele Begriffe erklärt und Hintergrundinformationen gegeben werden, ist ein Text in leichter Sprache meistens sehr viel länger als der Ausgangstext.

Die leichte Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Weil diese Textform aber der grösste gemeinsame Nenner ist, wird sie von den meisten Menschen verstanden, die lesen können.

Zum Beispiel von Menschen mit

  • einer kognitiven Beeinträchtigung
  • einer Sinnesbehinderung, zum Beispiel gehörlose Menschen
  • Demenz
  • Lernschwierigkeiten
  • Legasthenie
  • Hirnschädigung

Einfache Sprache – ganz nah am Alltag

Mit der einfachen Sprache können Sie Sprachbarrieren überwinden und Ihre Texte auch Menschen mit einer Leseschwäche zugänglich machen.

Die einfache Sprache ist – wie die leichte Sprache – eine vereinfachte Form des Deutschen. Sie verwendet kurze Sätze, Fremdwörter werden vermieden oder erklärt. Doch im Gegensatz zur leichten Sprache ist die einfache Sprache komplexer. Die Sätze sind länger, Nebensätze sind möglich und Alltagsbegriffe werden als bekannt vorausgesetzt. Solange der Text übersichtlich bleibt, muss auch nicht nach jeder Aussage ein Absatz folgen. Schrift und Zeilenabstand sind nicht so gross wie in der leichten Sprache. Die einfache Sprache ist unserer Alltagssprache sehr ähnlich.

Der Schwierigkeitsgrad einfacher Sprache ist variabel: Sie können Ihre Texte dem Leseverständnis Ihrer Zielgruppe anpassen. Ein Text in einfacher Sprache kann somit sehr einfach sein, fast schon ähnlich wie leichte Sprache. Oder Ihr Text sieht nahezu aus wie Standardsprache. Die Leser*innen merken vielleicht gar nicht, dass es ein Einfacher-Sprache-Text ist – er ist nur angenehmer zu lesen. 

Zur Zielgruppe der einfachen Sprache gehören Menschen

  • mit geringen Deutschkenntnissen
  • mit einer psychischen Beeinträchtigung
  • mit Lese- und Rechtschreibschwäche
  • mit Hirnverletzungen
  • im hohen Lebensalter

Und grundsätzlich alle, die sich mit amtlichen Informationen, Fachtexten und ähnlichen Dokumenten schwertun. Profitieren können also sehr viele Menschen von der einfachen Sprache.

Die verschiedenen Textformen im Vergleich

Pfeil mit den verschiedenen Textformen: Leichte Sprache, einfache Sprache, lesefreundliche Sprache, Standardsprache, Fachsprache